François Boucher

(1703 - 1770)
Noahs Einzug in die Arche Öl auf Leinwand 50 x 61,5 cm
Noahs Einzug in die Arche
Öl auf Leinwand 50 x 61,5 cm

Provenance:

Verkauf Versailles, 18. November 1962, Nr. 32; Europäische Privatsammlung

Möglicherweise hatte der Auftraggeber das oben genannte Gemäldepaar in der Werkstatt Bouchers gesehen und den Auftrag für eine Replik in einem klassischeren Format gegeben. Dafür reduzierte Boucher den Himmelsausblick und straffte sowohl das Gebäude rechts wie auch die Arche links. Die Ausführung ist nach Alastair Laing zudem weniger skizzenhaft als jene des Jullienne Gemäldes.

Es ist anzunehmen dass die Gemälde noch vor Bouchers Reise nach Rom entstanden sind, da auf den ersten Blick der Einfluss von Marktszenen Castigliones, besonders hinsichtlich der Wahl des Sujets, deutlich zu werden scheint. In Bezug auf die Farbwahl und die Ausführung unterscheidet sich das vorliegende Werk aber wesentlich von Arbeiten Baldassare Castigliones. Boucher hat also vermutlich das vorliegende Gemälde und die beiden Gemälde der Sammlung Julienne noch in Frankreich geschaffen, wo er von Stichen nach Gemälden Castigliones beeinflusst wurde. Der Hahn und die Hennen basieren auf Vorstudien für Bouchers Fontaine im Nationalmuseum, Stockholm (siehe P. Bjurström, French drawings. Eighteenth century, Stockholm 1982, Abb. 823 und 824). Charakteristisch ist zudem, wie Boucher in diesem Gemälde den männlichen Figuren weniger Raum und Bedeutung beimisst, als den weiblichen Figuren.

Inv.Nr. 1440

Literature:

A. Ananoff/D. Wildenstein, L’opera completa di Boucher, Mailand 1980, Nr. 29;
A. Laing, François Boucher, Kat. Ausst., New York-Detroit-Paris 1986, S. 121, unter Nr. 10 (als Replik oder Kopie)